5. April 2019

Eltern erwarten bei Elternabenden und Elternsprechtagen, dass man sie ernst nimmt und ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Probleme anzusprechen. In meinem Artikel finden Sie nachfolgend Tipps, worauf Sie bei der Planung und Durchführung achten sollten.

Es kommt immer wieder vor, dass Eltern schlecht kommunizieren oder gar aggressiv werden. Sie hören dem Lehrer nicht zu und wollen einfach nur dass ihre kleine Emma in Mathe von der 5 auf eine 4 kommt. Leider können Lehrende (bisher) keine Wunder vollbringen. Ich möchte Sie gern darauf hinweisen, dass ich mit meinem Beitrag nicht den Eindruck bei Ihnen erwecken möchte, dass alle schwierigen Situationen durch ein korrektes Lehrerverhalten gelöst werden können. Doch eben das korrekte Verhalten ist die Quintessenz dafür, dass der Elternabend funktionieren kann und positiv verläuft.

Was sich Eltern beim Elterngespräch wünschen - Probleme ernst nehmen
“Mein Kind wird von anderen in der Schule gemobbt.” sagte die Mutter der kleinen Emma aus der 6ten Klasse. Darauf entgegnet ihr die Lehrerin “Das kann ich mir aber nicht vorstellen. So etwas gibt es an unserer Schule nicht!”
Solche und ähnliche Unterhaltungen kommen beim Elternabend vor- daher ist es kein Wunder, dass Eltern häufig den Eindruck erhalten, dass der Lehrer nicht mit ihnen zusammenarbeiten will und Probleme nicht erkennt. Doch die Eltern haben dieses Problem, und für sie ist es von unfassbar großer Wichtigkeit dieses zu lösen. Die Lösung besteht nicht darin, abzustreiten dass es existiert.
Tipp: Nehmen Sie die Probleme der Eltern ernst - auch wenn Sie im ersten Moment eine andere Auffassung haben.

Kommunikation mit den Eltern - Zuhören
Hauptsächlich kommen Eltern zum Gespräch um sich mit dem Lehrenden auszutauschen. Sie möchten gern dem Lehrer ihre Ansicht über die kleine Emma erzählen und anschließend die Meinung des Lehrers hören. Daher gehen Sie auch davon aus, dass auch sie zu Wort kommen und nicht von Lehrern mit Monologen und zahlreichen Ratschlägen überschüttet werden. Das geschieht zwar mit guter Absicht des Lehrenden - doch wenn die Eltern dabei nicht zu Wort kommen und ihre Probleme wieder mit nach Hause nehmen, ist das Gespräch gescheitert.
Tipp: Lassen Sie die Eltern zu Wort kommen. Hören Sie zu.

Eltern das Gefühl vermitteln erwünscht zu sein
Der Vater der kleinen Emma hat den Eindruck, dass er unerwünscht ist, denn der Lehrende ignoriert seiner Meinung nach alle aufgekommenen Probleme und versucht ihn so schnell es geht “loszuwerden”
In diesem und anderen Fallen, ist es irrelevant, ob er wirklich unerwünscht ist, oder dies nur so wahrnimmt.
Der Vater wird sauer, worauf der Lehrer sich wünscht, dass er endlich verschwindet. Das Gefühl der Unerwünschtheit beim Vater verstärkt sich. Schließlich wird er aggressiv, woraufhin der Lehrende sich noch mehr wünscht, dass er doch endlich verschwinden möge.
Die Szene endet mit Geschrei und Drohungen.
Im geschilderten Fall ist das Elterngespräch gescheitert:  Der Vater ist der Meinung, dass der Lehrer nicht auf seine Probleme eingeht, der Lehrer wiederum hält den Vater für einen aggressiven Ignoranten, mit dem man nicht reden kann - und das wahre Problem (die Vergesslichkeit der kleinen Emma) kann nicht mehr gelöst werden.
Tipp: Nehmen Sie jedes Gespräch mit Eltern als Chance wahr und nicht als Belastung. Schaffen Sie eine Atmosphäre in welcher gern miteinander- und nicht gegeneinander kommuniziert wird.

Tipps für die erfolgreiche Durchführung

I Wenig Aufwand - Große Wirkung: Raum ansprechend gestalten
Niemand fühlt sich in einem Raum wohl, in welchem Müll auf dem Boden liegt oder die Tafel noch ganz verschmiert von der letzten Mathestunde ist.
Wischen Sie daher die Tafel ab, räumen Sie auf und stellen Sie genügend Stühle (beim Elternabend) zur Verfügung. Mit wenig Aufwand lassen sich Getränke sowiezum Beispiel eine kleine Zimmerpflanze beschaffen. Diese kleinen Gesten zeigen den Eltern: “Diesem Lehrer sind wir wichtig.”

II inhaltliche Vorbereitung
Planen und strukturieren Sie Ihren Elternabend im Vorraus. Eine Checkliste finden Sie hier. Vergessen Sie bei Einzelgesprächen nicht ihre Notizen, die Notenlisten und das Klassenbuch.

III Atmosphäre schaffen
Obwohl beim Elterngespräch und Elternabend primär um Inhalte geht ist es dennoch von Wichtigkeit eine Kommunikationssituation zu schaffen, in welcher sich alle Beteiligten wohlfühlen.
Veranstalten Sie für zum Beispiel ein kurzes Kennenlernspiel. Geeignet ist das sogenannte Speed-Dating:

> Eltern in zwei Reihen gegenüber aufstellen
> Thema/begriff nennen (Schule, Hobby, Kleidung…)
> die sich gegenüberstehenden Elternpaare reden ca eine Minute über das angesagte Thema
> mehrmals die Personen wechseln und “in der Reihe schieben” damit neue Paare entstehen

Das Spiel lockert die Atmosphäre enorm auf und hat einen sehr angenehmen Nebeneffekt: Sobald zwischen den Eltern Kommunikation entstanden ist, stehen Sie als Lehrer nicht mehr als alleinige Zielscheibe vorne, sondern der Fokus der Eltern kann sich auch mal auf jemand anders richten.

IV Diskussionsphasen einplanen
Wie bereits im Beitrag oben beschrieben wollen Eltern auch zu Wort kommen und nicht den gesamten Abend “berieselt” werden. Planen Sie Phasen ein, in denen die Eltern diskutieren und ihre Probleme schildern können.
Beim Elternabend könnten Sie zum Beispiel am Anfang des Gespräches eine offene Runde gestalten, in denen Eltern die Möglichkeit erhalten, ihre Probleme und Sorgen offen anzusprechen.
In Einzelgesprächen beim Elternsprechtag freuen sich Eltern, wenn Sie das Gespräch eröffnen, indem sie ihre Probleme mitteilen können

V Notizen schreiben
Notieren Sie sich die Wünsche und Probleme der Eltern um Ihnen zu zeigen, dass Sie ihre Anliegen ernst nehmen.
Je nach Bedarf können Sie diese Notizen weiter für ein Gesprächsprotokoll verwenden.

VI Sachlich bleiben
Elterngespräche sind dazu da, um die Sichtweise der anderen Partei kennen zu lernen und gemeinsam Lösungsansätze zu finden.
Auch wenn Sie mit ungerechtfertigten Vorwürfen konfrontiert werden, versuchen Sie bitte nicht emotional zu werden, denn das erschwert die Lösung des Problems. Bleiben Sie sachlich- auch wenn es schwerfällt.

VII Freundlich verabschieden
Der letzte Eindruck bleibt. Hinterlassen Sie nicht das "Zum Glück ist es endlich vorbei!"-Gefühl. Schenken Sie allen Eltern noch einen strahlenden Blick, bedanken Sie sich für ihr Erscheinen und sagen Sie, dass Sie sich mit den gewonnenen Anregungen ernstlich auseinandersetzen werden.

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